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WÜRZBURG (kk)- Nichts wurde für den TSV 1860 Ansbach aus dem erhofften Vorrundenhöhepunkt in Form eines Sieges im Finale um die Herbstmeisterschaft. Das Spitzenspiel entschied der TTC Kist deutlich für sich, der damit als Tabellenführer der TT-Verbandsoberliga ins neue Jahr geht und der mit der gezeigten Leistung seine Titelambitionen eindrucksvoll unterstrichen hat.

Bevor sich die Ansbacher richtig umsahen, lagen sie bereits hoffnungslos mit 0:6 in Rückstand. Die Gründe, die zu diesem ernüchternden Fehlstart geführt haben, sind schwer zu finden. Es lag wohl an einer Kombination aus ungewohntem Spielstart um 10 Uhr an einem Sonntag, dem für die Gästeakteure ungewöhnlich langsamen Ball sowie der Anspannung der Markgrafenstädter angesichts der wichtigen Partie. So war in den Eingangsdoppeln nichts von der bisher so spielfreudigen Unbekümmertheit der Ansbacher zu sehen. Stattdessen merkte man den TSV-Duos den sich selber gesetzten Druck an, der zu überproportional vielen Fehlern führte. Dadurch konnte die Doppelstärke zu keinem Zeitpunkt ausgenutzt werden, was prompt zu einem 0:3-Rückstand führte. Die weitere Phase bis zum 6:0 für die Gastgeber lag dann aber nicht mehr an der Ansbacher Schwäche, sondern vielmehr an der Stärke der Würzburger Vorstädter. Das bemerkenswerte Führungstrio der Hausherren zeigte eine klasse Vorstellung. Allen voran der Frontmann Jorge Mooses Campos Valdes. Der extrem agile Kubaner, seines Zeichens Olympia-Teilnehmer von 2016, wirbelte am und hinter dem Tisch und ließ mit seiner Variabilität Jan Schubert keine Chance. Genauso wenig hatte Oli Welt Labanau entgegenzusetzen. Der 20-jährige Weißrusse returnierte ungewohnt oft mit der Rückhand, um danach sein Spiel sofort auf eine feste Vorhand umzustellen. Der dritte Legionär Jankowiecki zeigte im Anschluss Pedder You die Grenzen auf. Der Pole agiert ausschließlich mit langem Service, um danach sein sicheres Spin- und Konterspiel aufzuziehen. Erst beim 0:6 hauchte Dietmar Weger seiner Mannschaft Leben ein. Mit einer astreinen Leistung ließ er dem 13-jährigen Nachwuchstalent Schäfer klar das Nachsehen. In einem spannungsarmen Duell bildeten die Matches des hinteren Paarkreuzes die Ausnahme. Peter Danzer diktiere das Geschehen zwei Sätze lang. Er musste danach den 2:2-Satzausgleich zulassen. Im Entscheidungsdurchgang setzte der TSV-Linkshänder einige markante Rückhandschüsse ab, die ihn schließlich zum 11:5-Erfolg brachten. Die umkämpfte Partie zwischen Dreiser und Julian Roth verlief ausgeglichen bis zum Durchgang 5. Dort hatte der Grün-Weiße seine optimale Sicherheit gefunden und brillierte mit kluger Schlagauswahl zum 11:4.

Damit war der TSV auf 3:6 heran gekommen. Eine Hoffnung auf eine weitere Aufholjagd wurde schnell gestoppt, denn das Top-Trio der Kister trat wieder an die Tische, agierte erneut kompromisslos und schraubte die persönlichen Bilanzen auf 15:1 (Campos Valdes), 12:4 Labanau) und 13:2 (Jankowiecki) zum 9:3-Endstand hoch.

Der TTC Kist ist mit nun 16:0 Punkten klar auf dem Weg zur Meisterschaft, während der TSV 1860 Ansbach mit 12:4 Punkten im neuen Jahr den 2. Platz gegen Eggolsheim (11:5) verteidigen muss.

Die Ergebnisse (Kist zuerst genannt): Campos Valdes/Labanau – Welt/You 11:6/11:8/8:11/11:4, Jankowiecki/Dreiser – Schubert/Weger 9:11/11:7/7:11/11:8/11:8, Schäfer/Nötzold – Roth/Danzer 11:5/8:11/11:8/11:9, Campos Valdes – Schubert 11:9/11:8/11:5, Labanau – Welt 11:6/11:4/2:11/11:6, Jankowiecki – You 11:1/11:5/8:11/11:8, Schäfer – Weger 6:11/7:11/8:11, Nötzold – Danzer 4:11/9:11/11:8/11:8/5:11, Dreiser – Roth 9:11/11:7/9:11/13:11/4:11, Campos Valdes – Welt 11:4/11:4/11:5, Labanau – Schubert 11:5/11:8/11:6, Jankowiecki – Weger 11:9/11:8/15:13.